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Doppel-R und Benny beim Yeti-Race 2010
Freitags noch schnell einen Satz Reifen für die seit Jahren wintschlafende GSX-R organisiert, vom Supermech die Laderampe aus Mösendorf organisiert und am Nachmittag mit des Runners Mini-Batterie (4Ah statt deren 12) nach zwei kurzen Startversuchen zum Leben erweckt.
Der Gixxer darf beim Yeti-Race zeigen, was er noch kann. Also um ca. 17:00 verladen (kommt im Schnee ganz gut) und auf zum Robert K. zur Reifenmontiermaschine.
Dort haben wir die Suzl auf die Hebebühne gehängt, Reifen gewechselt und gleich schnell die HR-Bremse serviciert, da diese nichtmehr bremste. Stressig wieder eingeladen und heimwärts, weil ja um 20:00 der Stammtisch im Cantinas stattfindet. Gixxer bleibt gleich im Bus, wir fahren öffentlich zum Stammtisch. Gute Idee das, weil wir in der AllYouCanDrink-Disco gleich mal Sperrstunde machen (zeiiitig in der früh), ich also mit Autofahren eh nix mehr am Hut gehabt hätte.
Der Samstag kristallisiert sich als unpackbar oarsch heraus, weil ich einafach zu alt für solche Eskapaden zu sein scheine, mir tut alles weh (Muskelkater von den spastischen Bewegungen aka tanzen), mir ist schlecht und ich glaub, die ganze Welt dreht sich permanent um mich herum. Nein, heute fahr ich mit dem Reinhard keine Proberunde am Parkplatz, ich werd ihn anrufen und das irgendwie verschieben. Nachdem wir beschlossen haben, dass der Gixxer doch daheim bleibt, weil die Webcam eindeutig zeigt, dass selbst bei Tauwetter es sinnlos sein wird, mit dem am Pann anzutreten, packt Reinhard beide Supermotos ein, eine auf Slicks, eine auf 10 und 5 Jahre alten Regenreifen und wir verabreden uns für Sonntag ca. 7:00 Aufbruch. Mir ist noch immer schlecht, ich schlafe auf der Couch ein und es ist spät abends, als ich draufkomme, dass ich mir ja noch meine Sachen für Sonntag herrichten sollte. Maaah, na, dann steh ich lieber bissl früher auf. So wars dann auch, um kurz vor 5 am Sonntag *kreisch* aus dem Bett gekrochen, ordentlich starken Kaffee eingeworfen und grob überlegt was wir brauchen werden. Wir haben uns dann aufs Notwendigste wie Leder, Helm, Rückenprotektor, Handschuhe, Stiefel und lange Unterwäsche sowie Reifenwärmer und Regenkombi entschieden. Fotoapparat für die liebe Gattin, damit ihr net fad wird und noch ein paar Sandwiches für unterwegs und unten hergerichtet. RedBüller und anderes Getränk hat intelligenterweise gleich mal im Auto bei den derzeit herrschenden Minusgraden übernachtet, was auch für ein wenig Spannung gesorgt hat. Aber nix eingefroren oder gar aufgeplatzt. *puh*
Also das ganze Geraffel eingepackt, rein in den fetten Benz und es läutet auch schon das Eierfon mit Reinhard am anderen Ende. Er ist schon unterwegs; gut wir auch gleich. Kann ich gleich mein neues Navi (mein letztes wurde mir ja über Neujahr aus dem Firmenauto gestohlen) testen. Gute Strassenbedingungen bis nach Sopron, danach ein paar Eisplatten auf der Strasse und rund 20km vorm Pannring dann teilweise komplett verschneite und vereiste Fahrbahn. Seeehr spannend zu fahren. :-)
Am Ring eingetroffen dann auch schon den Reinhard erblickt und nachdem wir uns gegenseitig erklärt haben, dass wir das Richtige tun, haben wir uns mal nach den Leuten aus Box 6 umgesehen, die hätten wir nämlich treffen sollen. Noch keiner da. Dann halt mal zur Anmeldung, wobei wir am Hinweg zur Motogroup gleich mal kniehoch im Schnee stapfen. Jaja, passt schon, is eh gscheit, was wir da machen.
Nach Kaffee und Tee dann die lässigen Leute von Box 6 angetroffen und uns dankenswerter Weise bei ihnen mit eingemietet. Mit "unseren" beiden KTMs war dann die Box besser mit Kanten gefüllt als so mancher kleiner Händler. :-)
Reinhard geht nach der Fahrerbesprechung gleich mal auf die Strecke, kommt aber gleich drauf wieder rein, damit wir die Handguards wieder gerade biegen. Tja, dürfte etwas rutschig sein, draussen. Die Box-Kollegen meinen was von komplett vereist und verschneit, sehr tricky zu fahren, 180°-Turns bei Schritttempo und so weiter. Mir wird bissl mulmig und ich beginne zu zweifeln. Schliesslich komm ich bei der SMR gerademal mit einem Bein und das nur mit akrobatischen Verrenkungen auf den Boden. Eher nicht praktisch. Reinhard schickt mich trotzdem mal raus. Ich lasse mir Tips geben, die ich aber als ein wenig übertrieben empfand. Das waren Sätze wie "Nur nicht ans Gas denken, wenn Du net liegen willst. Bremsen schon garnicht. Lieber in den tiefen Schnee fallen lassen, tut weniger weh..." Na sehr fein. Fast eine Runde hab ich dann geschafft, ohne zu stürzen. Schwachsinnig das, da kann man net fahren. Aber nachdem wir den Rallyeguard wieder geradegebogen haben, bin ich nochmal raus. Geht ja. *patsch* und ich lieg schon wieder auf der Goschn. Maaaah, und das wirklich bei unter Schritttempo. Einfach so *fatz* das Rad weg. Ansatzlos. Wieder rein, schon mit schlechtem Gewissen und leicht gebrochen. Wie kommt man sich da vor, wenn man da in die Box voller Rennfahrer kommt, und keine Runde am Bock bleiben kann?
Genau, etwas deplaziert.
Reinhard meint, wir sollten den angefahrenen Pilot Power gegen die steinalten Slicks auf der zweiten SMR tauschen und das probieren. Der Reifenwexel war eine Show für sich, da war alles dabei. Gummi der wegen der Kälte net gscheit runter geht, Kompressor, der am Druckminderer gebrochen und undicht ist...
Reinhard hat dann versucht, die neu bereifte SMR zu fahren, was sich aber etwas schwierig gestaltete, da sie Probleme mit der Kupplung machte, die trennt net ordentlich. Das ist natürlich in den Eis-Passagen sehr kontraproduktiv, weil da jede ungewollte Last am HR nurmehr extrem schwierig zu handlen ist. Reinhard überlebt den Turn, kommt wieder rein und dann ist das Training auch schon wieder zu ende. Hmmmm.
Das Rennen soll ja jetzt nur rechtsrum gefahren werden, dafür 1,5 Stunden, abgekürzt und der Start zwar als Le-Mans-Start aber dafür drei Runden hinter dem Safetycar durchgeführt werden. Komische Kombination, wenngleich ich im Nachhinein sagen muss, das war eine weise und gute Entscheidung. Wir starten ja von Startplatz 2 und als Startfahrer bin ich eingeteilt. Noch immer leichte Zweifel, ob wir uns das antun sollten, und ob ich die Schmach, letzter zu werden ertragen könnte, aber trotzdem irgendwie geil aufs Rennen mach ich mich auf den Weg zur Startaufstellung. Bei der Boxenausfahrt gleich mal ein *ploppp* und die Gurke ist aus. Na lässig, beginnt ja schon gut. Einführungsrunde geht gut, Startpositionen werden eingenommen, Reinhard (aka Benny) wartet schon dort auf mich. Wie wird das Startsignal gegeben, wenn wir doch hinter dem Safetycar starten? Wurscht, ich renn los, wenn mindestens zwei sich bewegen.
Auf gehts. Das Feld stürmt auf die Motorräder zu, *broaaaaarp* und fetzt die ersten paar Meter bis zur nur wenige Meter schmalen, schneefreien Spur auf der Start/Ziel zu um sich dann relativ gemütlich hinter dem SC einzuordnen. Ich lass ein paar vor, denn wir fahren sowieso jetzt mal mindestens drei Runden hinter dem SC her. Das Auto verlässt endlich die Strecke, es geht richtig los. Plötzlich hat man keinen Schrittmacher mehr, und es beginnen die Mitstreiter der Reihe nach zu stürzen. Ich fahre ein paar Kurven innen, wo alle anderen aussen fahren und umgekehrt. Das ist Teil meines Planes. Dort wo alle fahren, gehts ja, ich möchte schauen, wohin ich ausweichen kann, wenns dan wirklich ums Herbrennen geht. Mittlerweile bin ich nämlich ein bissl motiviert. :-) Immer den armen, kleinen 450er Murl im Hinterkopf wird aber auf den flotteren Streckenabschnitten, also dort, wo nur Wasser und nicht Eis oder Schnee die Fahrbahn bedeckt etwas zurück genommen, obwohl der Regenreifen doch recht gut zu funktionieren scheint. Der wiederum hat mir dann in der vorletzten Kurve zu verstehen gegeben, dass er nach der Schneepassage doch etwas mehr Temperatur braucht um in Schräglage ordentlich Gas zu vertragen und verabreichte mir mit einem echt fetten HR-Slide in Richtung Schneehaufen einen ordentlichen Adrenalinschub. Also wenn ich DAS dersteh, dann kann nix mehr schief gehen. *GAS*
Irgendwann kam dann das Signal von unserer Boxencrew (brave Mädls!), dass ein Fahrerwechsel ansteht, also rein und Motorrad an den Benny übergeben. Der wartet schon sehnsüchtig auf seinen Einsatz. :-) Ich vergewissere mich (noch etwas adrenalingetränkt) mehrfach, ob die Mädls denn eh wissen, wann sie dem Reinhard die Boxentafel zeigen müssen und ob der Herr Pinselbob auch den dann folgenden Tankvorgang intus hat. Jajaaa, ich soll mich beruhigen. Super ist leicht gesagt. Reinhard gibt ordentlich Gas und die Wartezeit ist wie im Flug vergangen und so wird er mit der Tafel "75" an die Box zitiert. Kati (meine brave Frau) setzt mir die Crossbrille auf den Helm (ich hab ja jetzt die dickeren Winterhandschuhe statt der Sommerversion an), Benny hält das Motorrad, Pinselbob hält sich auch am Motorrad an, aber irgendwie wird nicht getankt. Kurze Hektik und dann gehts auch schon weiter. Benny wischt den Sprudel vom Krümmer damit mir nicht zu heiss wird und ich übernehme die SMR in meinen zweiten Turn. Mit den warmen Handschuhen gehts auch gleich viel besser, die Strecke wird immer fahrbarer, das Eisfeld wird zu einem Schneematschgatschgemisch und es kristallisiert sich sowas wie eine Ideallinie heraus. Immer öfter bekomme ich die blaue Flagge gezeigt, wobei mich dann aber keiner überholt. *wunder* Irgendwann hab ich dannn gecheckt, dass die garnicht mir galt, sondern den Kollegen direkt vor mir. *YIEHAAAAA!* Ist DAS geil? Voll motiviert gehts immer besser, die SMR lässt sogar ab und zu mal ganz zart das Vorderrad in die Luft und es wird innen wie aussen hergebrannt.
Oohja, so macht das Sinn. Bei der Motorradübergabe, nachdem ich eben an die Box gewunken wurde, schreit mir der Benny irgendwas von "mia hom ka Bockerl" oder sowas ähnliches in den Helm. Aha. Ja, fahr halt mal. Gas gas gas!
Unsere Boxencrew klärt mich dann auf, dass er "wir san am Stockerl" gesagt hatte und man kann sich wohl meinen Gesichtsausdruck vorstellen, oder? :-))
Na fein, jetzt is der Reinhard draussen, ich hüpf wie wild auf und ab, hab noch garnet realisiert, dass das jetzt der letzte Turn ist, und wir da voll um einen Podestplatz fahren, obwohl ich vor zwei Stunden noch Angst vor der roten Laterne hatte. Scheissendreck bin ich nervös. Zwanzig Minuten noch. Die Strecke wird immer schneller, auf Start/Ziel rauschen die grösseren Motorräder mit 180km/h (SIC!) durch die Schneeschneise und unsere Boxenkollegen sind ja auch nicht gerade langsam und immer irgendwie in unserer Nähe. Wird der Sprudel reichen, wird die 450er halten, frieren dem Benny die Finger vor dem Zieleinlauf ab... Fragen über Fragen, und ich hab natürlich keine Antwort. Unsere Boxenkameraden versuchen mich zu einem Tankstop, einem Fahrerwexel oder Ähnlichem zu überreden, teilen mir aber zeitgleich mit, dass deren derzeitiger Fahrer, der Edefauler gerade um ca. 2 Sek. langsamer fährt als wir, und der zur Zeit am Dritten Platz unterwegs ist. Verdammt! Das bedeutet, wir fahren zur Zeit am 2.! *ahrglahrglblblbl* Warum geht die Uhr so langsam, wo bleibt der Benny so lange? Ah, da issser ja. *Puh* Dieses Szenario spielt sich ca. 10x ab, dann steht plötzlich "5" auf der Uhr. Die letzten 5 Runden. Ich sitz noch immer in voller Montur, bereit für einen eventuellen Wexel/Tankstop oder was auch immer, man weiss ja net, auf der Boxenmauer, bis dann endlich die karierte Flagge geschwenkt wird.
Benny kommt rein, es gibt diverse Burnouts, Wheelies und eine jubelnde afm.at-II-Mannschaft. Benny hat dann im Endeffekt den zweiten Platz rausgefahren.
Tja, diesmal mussten wird dann auch zur Siegerehrung, wo wir dann mit den Boxenkollegen Norbert, Thomas und Chris fast das gesamte Podest für uns reserviert haben, bis auf den 1. den hatte sich das Team von Rimato-Racing geschnappt. Komisches Gefühl, auf diesem Podesterl, bin ich doch so ein schüchterner und zurückhaltender Mensch.
*seufz* Riesengrosse Freude, erst recht, als mir noch bewusst wurde, dass wir da gerade so nebenbei einen Öhlins Lenkungsdämpfer für ein Motorrad unserer Wahl gewonnen haben, wobei das einer für die Super Duke werden wird.
Nach der Siegerehrung dann verladen, Box räumen, umziehen und auf ein oder zwei Bierchen, DAS muss sein. Robert, Merci und Dani sind leider schon heimgefahren, hab ich irgendwie garnicht mitbekommen, auch vom Dukecity-Team (unsere Boxenkollegen) hat sich schon wer verabschiedet, schade. Wir anderen sind halt noch gemütlich beisammen gessessen, haben ein wenig Benzin gelabert und uns dann in alle Himmelsrichtungen heimwärts begeben, wobei Reinhard, Kati und ich noch im Tercia Kophaza feine Speisen einwerfen waren.
Tja, so war das im Grossen und Ganzen, kurz und bündig aus meiner Sicht.
Ei wonna sänk mei tiem, mei tiemmäte Benny, mei schbonsors end freinds.
Doppel-R
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