Pannoniaring mit Stardesign 23.8.2010


Alles begann mit einem Posting von Thomas Schuheker in der Dukecity. Da sucht er Interessenten für eine gemeinsame Befahrung des Pannoniarings, wobei das Echo eher gering bis nicht vorhanden war. Garnicht? Nein, einer hat sich gemeldet. Nämlich ich. Es ist ja so, dass wir mittlerweile Ende August haben, ich es irgendwie nicht glauben kann, dass die Saison bald vorbei sein könnte und ich daher fahren will.

So hab ich mich halt mit dem Thomas beim Stardesign für den 23.8. angemeldet, ich hab auch gleich mal eine Rennverkleidung für die GSX-R geordert (nächste Saison kommt bestimmt *g*) und konnte die zwei Wochen schon nimmer erwarten, bis es soweit ist. Stardesign hat für mich gut passende Gruppeneinteilung (als Nakedbike-Hobbynudler die mittlere) und es ist alles ganz gut durchorganisiert und hat immer recht volles Fahrerlager. Vorsichtshalber haben wir uns gleich mal eine Box reserviert, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, ist einfach bequemer.

Mein Hauptsponsor muss am Sonntag leider arbeiten, daher muss ich den Transporter alleine einladen, was aber nicht schlimm ist, schliesslich bin ich eh nur einen Tag unten und sie packt sowieso immer Zimmer/Küche/Kabinett ein, aus Angst, wir könnten was vergessen.
So bin ich also in kürzester Zeit mit dem Verladen fertig, klopfe mir noch selbst auf die Schulter, wie wenig man doch in Wirklichkeit mitbraucht, und da ich schon fertig bin, fahr ich halt schon los. Es ist erst 14:00, aber ich hab kan Stress, fahr gemütlich und unten kann ich mich dann noch wenigstens mit einem Soproni gemütlich in die Sonne setzen. Thomas hat ja angekündigt, am späteren Nachmittag von Wien wegzufahren, also wirds schon passen.

Die Anfahrt zum Pannoniaring ist zum Glück ereignislos, bis auf die Tatsache, dass mir auf der Autobahn einfällt, dass ich absolut nichts zum Sitzen mitgenommen habe. Keine Bank, keinen Sessel, nix. Aber in Kophaza, vis a vis vom Tercia gibts eh das Fischer-Geschäft, dort hab ich schon einen Klappsessel gekauft, die haben sowas. Jetzt hab ich einen zweiten, meiner Frau werde ich natürlich sagen, dass es nur darum ging, dass wir beide den gleichen haben, wenn sie nächstes Mal wieder mitfährt, ich ihn also sozusagen für sie gekauft habe.

Je näher ich dem Ziel komme, desto mehr Transporter oder Gespanne mit Motorrädern am Hänger kommen mir entgegen. Die hatten gerade ein Wochenende Spass, meiner wird in Kürze beginnen. Am Ring angekommen, dann schnell die Box 9 ausgemacht, den Trafic davor platziert und mal einen kleinen Rundgang gemacht. Der Motorradveranstalter hat für heute schon geschlossen, es fahren Autos auf der Strecke. Viele Imprezas, Mitsubishi Lancer Evo irgendwas und einige M3. Witzig ist, wie ein oder zwei kleinere Formel-Wagen durchs Feld pflügen. Ganz besonders geil schauts aus, wen der Formelwagen den teilweise saustarken Evos auf Start/Ziel fast nicht folgen kann, aber die zwei folgenden Kurven nahezu mit dem gleichen Speed durchfährt, und drei Kurven später isser weg. Leistung ist nicht alles. :-)

Nach dem zweiten Bier trifft auch schon der Stardesign-Transporter ein, und der Veranstalter beginnt sich häuslich einzurichten. Ein wenig warte ich noch, zwei weitere Bierchen später hab ich auch schon die Anmeldung hinter mir, den Boxenschlüssel und die Rennverkleidung im Bus. Ausgeladen ist ratzfatz, und so richt ich die KTM gleich mal für den morgigen Tag her. Also alles abkleben, Kennzeichen runter, Spiegel runter, Kette pflegen, Sicherungen vom Licht raus... So Kleinigkeiten halt. Und weil es grad passt, mach ich auch gleich die technische Abnahme, so hab ich am Montag keinen Stress. Sehr fein, alles erledigt, es scheint noch immer die Sonne, also noch ein Bierchen und ein wenig chillen. Mit dem Laptop ein wenig im Netz gestöbert, als dann die Sonne unterging noch schnell zu Abend gegessen, Penne mit Lachssauce -net schlecht, aber der Parmesan is a Witz-, ein Bier und dann gemütlich in die Box. Thomas is noch net da, aber der wird wohl bald kommen. Ich lege mir den Schlafsack... auf den Boden. Denn ich hab nix mit zum Unterlegen. Hmpf. Als Polster verwend ich Handtuch und kurze Hose, denn den hab ich auch vergessen. Irgendwann, ich hab schon leicht eingeschlafen, werde ich munter und der Thomas ist in der Box. Fein, Begrüssung, ich nuckel am Rest meines letzten Soproni, der Thom gib sich schnell zwei Radler, ausgeladen ist auch ruckzuck und dann gehts an die Nachtruhe. Ich schlafe in der Box, zumindest versuche ichs, denn irgendwann nach Mitternacht wird nebenan aus- und eingeladen, Autotüren werden zigmal zugeknallt, ich bin schon seeehr untentspannt, sowas versteh ich nicht, echt. Hat was von echtem Asozialismus, sowas. Genauso, wie plötzlich um Mitternacht Feuerwerk im Fahrerlager abgebrannt wird. Alter...

Wie auch immer, die Nacht war *räusper* kurz, ich wurde schon vor dem Wecker munter, was aber auch an den diversen schmerzhaften Druckstellen liegen kann, die ich mir in der Nacht am Betonboden zugezogen habe. Weil ich also eh nimmer schlafen und schon garnicht liegen kann, steh ich halt um 6:00 Uhr auf, Körperpflege. Box geöffnet, gaaanz weit hinter der Boxenmauer macht sich die Sonne bereit, aufzugehen. Jaja, der Sommer geht dem Ende zu, das merk ich auch daran, dass mir saukalt ist. Pullover ziehe ich mir keinen an, den hab ich nämlich... genau, vergessen. Also krame ich im Firmenauto und finde noch einen Arbeitspulli, fein zusammengelegt, in einer Box, als Reserve. Fein!

Irgendwann so gegen 8 schafft es die Sonne dann über die Mauer, der kl.Schuh erscheint auf der Bildfläche und stellt Kaffeewasser hin. Schön, so ein Kaffee wär net schlecht. Kann mir gern einen nehmen, brauch nur ein Häferl. Gut, war eh klar, keines mit. Nämlich vergessen. Dann wars mir schon wurscht, und wir sind auf zum Mario auf ein Frühstück. Dort gibts keinen Toast, weil sich niemand findet, der den Schinken schneidet. *ahrgl* Also Ham (da isser geschnitten) and Eggs, Kaffee und Orangensaft eingeworfen. Fahrerbesprechung und Einweisung haben wir geschwänzt und es ging langsam aber sicher in Richtung erster Turn.

Vorher sollte ich noch schnell ein wenig Öl nachfüllen, ich hab ja noch vom Cup-Paket das Öl, nur, tja, wie soll ich sagen, das hab ich vergessen. Tom schnorrt mir einen Schluck von seinem stinkenden, flüssigen Motul-Gold, wobei mir dessen Preis derart schockt, dass ich natürlich zu wenig nachfülle, ist aber egal, ich schraub das Zeugs jetzt nicht nochmal ab.

Raus gehts. Die ersten Runden sind immer katastrophal. Ich fahr so einen Stiefel zusammen. Bin zu langsam, lenke zu früh ein, bremse zu schwul, grad dass der vorgeheizte Rosso Corsa nicht auskühlt. Aber trotzdem machts Spass. Diese Veranstaltung hab ich ja rein nur zum Fahren gebucht, also kein Druck oder Zwang, ich will auch keine Bestzeiten jagen, einfach nur Spass haben. Als ich die Zeiten nach dem ersten Turn gesehen habe, wollte sich der aber nicht wirklich einstellen. 20er Zeiten, heast, da waren wir am Saisonanfang schon vier Sekunden schneller. Kurze Zweifel, aber eigentlich ist es mir wirklich egal, nur nachvollziehen kann ichs nicht ganz.

Mittlerweile wirds draussen auch schon -wie versprochen- sehr schön. Heiss ist das richtige Wort dafür. Unglaublich heiss. Aber geil, ich mag das ja. Dafür tut mir mein Ellbogen weh. Gut, der mit dem entzundenen Schleimbeutel hat sich wieder beruhigt, ist noch nicht ganz gut, aber schmerzt nicht sooo stark, der rechte, der eigentlich gesunde, der macht Probleme. Und die zwei kleinen Finger an der rechten Hand. Wie Krämpfe. Auf gehts in den zweiten Turn.

Druckstufen an Gabel und Federbein ein wenig zu gedreht, schliesslich ist es sehr heiss draussen und dann schaumer mal. Geht gut, war wohl die richtige Richtung. Ich pflüge so durchs Feld, der Reihe nach kommt man an gelben Flaggen oder im Kies stehenden Kollegen vorbei, das macht auch net wirklich Mut und bremst ein bissl. Wegschmeissen geht garnicht. Zeitenmässig pass ich hervorragend in diese Gruppe, aber teilweise würd ich mir schon die schnelle wünschen. Da bin ich zwar sicher einer der langsamsten, aber hätte jemanden, der mich ziehen könnte bzw. hätte ich freie Runden. So ist es einfach ein Überholtraining, und ich bin ja einer, der möglichst zart und fair vorbei möchte. Geht aber teilweise dann wirklich nicht, wenn man gegen Kilogixxer, R1 und Co. fährt. Kurvenausgang stell ich mich daneben, dann kriegt das übermotorisierte Ding neben mir plötzlich einen Zusatzschub und bremst mich aber dann wieder in der Bremszone, weil ich ihm nicht reinknallen möchte. So ergibt es sich, dass ich den ganzen Tag _komplett_ andere Linien fahre, so als wäre ich auf einer anderen Renstrecke. Die eigentliche Ideallinie ist für mich in diesem gemischen Feld teilweise einfach nicht benutzbar. DAS ist das Geile an den KTM-Veranstaltungen, da fahren vergleichbare Fahrzeuge mit ähnlicher Leistungscharakteristik, da ist das nicht so krass. Dass ich mir das nicht einbilde, hat mir das Nachbetrachten der gemachten Videos klar gezeigt.

Im dritten Turn keimt bei mir schon der Wunsch nach Slicks. Nicht, weil die Rosso Corsa schlecht wären, die haben ein super Reifenbild und fahren sich sehr fein, sondern einfach nur fürn Kopf. Ausserdem habe ich ja noch einen neuen HR-Slick, und warum sollte der dann im Keller herumliegen, wenn ich ihn jetzt schon fahren kann? So fahr ich also den dritten Turn, das ist mein virtuelles Qualifying fürs Sternchen-Race, und ich fühl mich eigentlich ganz gut, aber trotzdem hab ich während dem Fahren immer den Gedanken schon bei den Slicks. Es ist nämlich wirklich schon mächtig heiss und ich möchte mir meine Strassenreifen nicht ruinieren. So fahr ich das "Quali" relativ entspannt ohne grossen Angriff zu ende, wohlwissend, dass jetzt die Mittagspause folgt. Tom redet mir auch zu, auf Slicks zu wechseln und nachdem ich meine Zeiten gesehen habe, wusste ich, es muss was passieren. Und wenn es nur Placebo ist, aber da kommen jetzt die Slicks drauf. Vorher gehn wir noch schnell auf einen Hot-Dog, relaxen ein wenig und dann gehts los. Ich wechsle. 12er Inbus? Na. Grosser Ratschensatz, ja, hab ich. In der Firma vergessen. *ahrgl* Schön langsam werd ich grantig. Ich borge mir eine 12 Inbus-Nuss aus, nur leider haben wir keine passende Ratsche. Ah, da hat der Tom einen Drehmo-Schlüssel und einen Adapter. Fein, das passt. Möchte nebenbei nur anmerken, dass der KTM-Mechaniker am Slovakiaring mein Motorrad zuletzt bearbeitet hat. *knack* und der Vierkant am Drehmoschlüssel ist ab, weil die Achshalteschraube so fest angeknallt ist, dass wir sie mit dem Gummihammer bearbeiten mussten, und einen ein Meter langen Drehmomentschlüssel zum Öffnen gebraucht haben. Gut, das ist offen, ich bin schon sehr grantig. Dass die Gabelfaustschrauben ebenfalls so derartig fest angeschraubt waren, dass sich fast der Inbusschlüssel verbogen hat, schreib ich garnicht, sonst explodier ich. Und die Bremszangen... Ach egal, ich merke gerade, ich weiche vom Thema ab, und bevor ich zum Verschwörungstheoretiker werde, aus. Achja, Räder sind ausgebaut, also schnell mal beim Reifendienst vorbeischauen, und leise anfragen, wie langs denn dauern würd. So ca. 20 Minuten. Gut, geht sich eh nimmer aus, der nächste Turn fällt ins Wasser, weil ich so lange mit der Unnötigen Schrauberei verschissen habe. Ich lade Räder und Reifen vorm Reifenservice ab, hol mir was zu trinken, schau bissl in der Gegend herum, und schau ab und zu bei ihm vorbei. Irgendwie wurde aus den 20 angekündigten Minuten a Stunderl, wobei ich das dem Reifenmenschen nicht zum Vorwurf mache, das sind die Rennfahrerkollegen, die sich einfach die Gummis hinlegen und so tun, als lägen die eh schon ewig dort. Der Reifenmensch kann das quasi nicht kontrollieren, also bleib ich die nächsten Garnituren bei ihm stehen, weil schön langsam werd ich ungeduldig. Zwei Turns verkacken, das geht nicht. So, die Reifen sind umgezogen, ich schnapp mir noch einen KR106 vom Mistplatz -die Leuten müssen alle Geld haben!?- und werf die Räder ins Fahrwerk. Scheisse, noch zehn Minuten. Vorheizen, was ist das? Tanken, Mist, ich brauch Sprit... So geht das hin und her, der Thomas muss schon lachen, sonst ist nämlich er der Gestresste. :-)

Egal, fertig geworden, die ersten zwei Runden müssen ganz schwul gefahren werden. Ich merke, wie ich zum Angsthasen mutiert bin, früher wärs mir egal gewesen, aber heute trau ich mich reifenwärmerverwöhntes Lulu einfach nicht umlegen. Dazu kommt, dass die D211 eine gaaaanz andere Linie fahren als ich will, der Unterschied zum Pirelli ist enorm. Hinten ist auch ein 190/55 montiert, vorher wars ein 180er. Aber das stört nicht, man muss sich nur drauf einstellen. In der dritten Runde gehts dann schon recht gut, ich fühl mich wohl und fahre mit doch noch gut Reserven den Turn zu ende. Gripmässig hatte ich keinerlei Probleme mit dem Rosso Corsa, es war einfach nur fürn Kopf und die Geldbörse. So hatte sich der Wechsel schon ausgezahlt, ausserdem ist die Rundenzeit auch ein bisserl besser geworden. Immer noch schlechter als im Frühjahr, aber ist mir egal. Soooo. Das funktioniert also, das Rennen kann kommen.

Und es kommt. Wir schauen uns nach dem Turn die Startaufstellung an und tippen uns beide nahezu synchron auf die Stirn. 45 Starter im Sternchen-Race. Fünfundvierzig! Das ist in etwa die Anzahl der gesamten Teilnehmer am KTM-Cup, und hier stehen die bei einem Hobbyfahrer-Rennen am Start. Boah, das kann ja was werden. Ich hab mich in der vierten Reihe auf Startplatz 13 eingefunden, was ich für die Anzahl der Fahrer ganz ok finde. Thomas steht mit seiner alten Einzylinder Kanten mit persönlicher Bestzeit inmitten des Feldes aus lauter R6, GSX-R und Ducatis. Unheimlich viele Ducatis waren an diesem Tag dort. Da wurden Erinnerungen wach. Schön anzusehen, am Stand wie auch auf der Strecke.

Die Motorräder waren also präpariert, wir nervös wie immer vorm Start, Thomas betreibt Blutdrucksenkung auf höchstem Niveau, indem er einfach den Überdruck über die Nase ablässt. Auch net schlecht. Boxengasse ist genöffnet, raus auf die Startaufstellung. Bist Du deppat! Da stehen ja Massen von Motorräder auf dem Grid. Das kennt man sonst nur von der Moto-2. Unpackbar. Macht mir ein wenig Angst aber mich auch ganz geil auf den Start. Vorstart gleich mal verkackt, aber da gehts um nix. Runde gemütlich gefahren um wieder ein bissl runterzukommen, nur nicht nervös werden. Am Grid wirs heiss. Ich wünsche mir ein Gridgirl mit Schirm, vor allem, als dem ranzigen KTM Production-Racer das Motörchen abgestorben ist. Der ist mir schon den ganzen Tag auf die Eier gegangen, und jetzt musste ich sogar ein wenig lachen. Permanentes Gas-Zupfen vor der Box, alles vollgequalmt, Lärm ohne Ende... Eh geil, aber seeehr nervig mit der Zeit. Sehr.

Zurück auf den Grid:
Der Racer ist weg, der Kerl mit der roten Flagge verschwindet aus dem Sichtfeld, die Ampel schaltet auf rot und geht kurz drauf aus. GAS! Jetzt stellen wir uns vor, wie fast fünfzig Motorräder unter Vollgas auf eine enge Rechtskurve zu fahren und alle wollen der Erste sein. Ja, genauso krank ist das. Krank aber saugeil, wenn nix passiert. Und es ist nix passiert. Ich konnte es nicht glauben, aber wir sind heil durch die ersten zwei Kurven gekommen, jetzt gehts los. Keine Ahnung warum, aber irgenwdie kommt es mir vor, als würde ich durchs Feld pflügen wie mit warmem Messer durch Butter. Einer links, einer rechts, tschüss! Tja, das liegt eventuell daran, dass ich am Start etwas vorsichtig war und dem ein oder anderen den Vortritt gelassen habe, jetzt reihe ich mich halt wieder vor. Seeehr fein das. Action pur. Nicht bei weltmeisterlichen Zeiten, aber ein (faires!) Gerangel, von dem der Moto-GP nur träumen kann. So geht es *broaaaaarp* an den *kreiiiiisch* vorbei, rein in die Bremszone, eng umlegen und Vorderrad an Vorderrad wieder raus aus dem Eck. Die scheiss 4Zylinder gehen gut, aber meine KTM und ich, wir fahren einfach kürzeree Wege. Blöde Linie, aber effektiv. Die Bremszone gehört an diesem Tag uns. Nur mir und Lizzie. Plöztlich Gelb, zwei Kollegen haben sich am hintersten Spitz in den Kies verabschiedet, stehen aber gerade auf, plötzlich bleibt einer vor mir fast stehen und hebt die Hand. ALTER! Fahr weiter, heast! Ich winke ihn vor, überholen darf ich ihn dort nicht, damit ich keine Probleme wegen Überholen bei Gelb kriege, aber das kostet Zeit. Zeit, die den Hintermännern hilft auf uns aufzuholen. Nur ja keinen vorbeilassen jetzt. Der Handheber wird zur Strafe in der Hauskurve genommen und ab nun ist es nach vorne ein relativ langweiliges Rennen, weil da vorne, da sind welche, aber die sind ziemlich weit weg. Schade. Ich hab auch keine Ahnung, auf welchem Platz ich da momentan dahinfahre, aber wehre diese eine Runde einfach nur die Attacken eines laut kreischenden, blauen Vierzylinders erfolgreich ab und konzentriere mich auf eine materialschonende Fahrweise. Früh schalten, rund fahren. So geht es dahin, sehr fein, nicht direkt angegriffen aber wohlwissend, noch ein paar Adrenalinbomben auf ihren Raketen im Genick zu haben, jetzt nur keinen Fehler machen. Position halten und *klack* plötzlich bin ich im Leerlauf. FUCK! Die Linie ist verkackt, nur nicht in Schräglage schalten, warten, rollen, dauert eeeewig, dann ordentlich Zwischengas und rein mit dem höheren Gang. Es macht zwar nur möööööp und der Vortrieb ist eher schwach, aber immerhin, es geht vorwärts. Nurmehr ein paar Meter, dann kommt das Ziel. Und jaaaaa, geschafft, keiner geht vorbei, der Platz ist gerettet. Yeah! Aber welcher eigentlich, ich hab ja keine Ahnung, wo ich da herumgurke. Schätzomativ sollte es so zwischen 8 und 4 sein, irgendwo halt im vorderen Viertel. Ich geniesse die Auslaufrunde, rein in die Box, wo mich unser Boxennachbar (mit der gleichen KTM) mit einer Gratulation zum guten Ergebnis begrüsst. Hey danke, aber keine Ahnung wo ich bin.

Dritter! Was!? Jo, Dritter bist worden, wenn i mi net verzählt hab. Na das wär aber lässig. Schaumer mal. Ausziehen, KTM streicheln, Wasser. Thomas kommt rein, ist auch zufrieden. Raus aus dem Leder, Zeiten anschauen. Yiehhaaaa! Thomas konnte seine Bestzeit halten, ist sogar 1,5 Sekunden unter seinem Ziel, nämlich der 2:30 und ich steh aufm Stockerl, und zwar aufm 2. Platz! *freu* Meine Zeiten sind zwar nicht berauschend, aber das ist mir sowas von scheissegal, weil das Rennen war sowas von saugeil. Aber echt. Jetzt hamma uns ein Bier verdient. *zisch*

Der Tag ist eigentlich gelaufen, da wir beide den letzten Turn nimmer fahren, auch das Freifahren lassen wir aus, man muss es ja net herausfordern. Zur Siegerehrung bleibt mein netter Boxenkollege noch, macht ein Bild von mir, und verabschiedet sich dann auch bald Richtung Heimat. Man sieht sich!
Ich muss mir auf den im Gesamten dann doch recht lässigen Tag noch ein Bierchen genehmigen, das Einräumen geht relativ flott vonstatten, schliesslich hab ich ja nicht viel mitgehabt, heute war ja meine liebe Gattin nicht mit, und das Motorrad lass ich gleich am Ring, weil am 1.9. ist der nächste Lauf zum KTM TNT-Cup-2010, da bin ich wieder mit von der Partie. Spart viel Arbeit. :-)

Tja, damits nicht zu lang wird, schliesse ich meinen Kurzbericht und werde mich ans Sortieren der wenigen Bilder und dem Bearbeiten des Videos machen.

Doppel-R, #60


PS: Ich komme wieder!


Wer hier kein eingebettetes Video sieht, klickt einfach hier drauf. :-)


Listinus Toplisten Motorradforum / KTM TnT Cup Top50