Spontane Nachmittagsausfahrt mit Gilera Runner


Heute ist ja Fenstertag, und weil mir letztens aufgefallen ist, dass die Bremsbeläge der HR-Bremse vom Runner schon so lange fertig sind, dass sogar die Trägerplatten nurmehr teilweise vorhanden sind, habe ich mir bei einem Händler im 21. einen Satz Beläge geholt. Daheim dann den Regen abgewartet, raus zum Runner und natürlich sinds die falschen Beläge, eh klar. Also gleich rauf auf den Runner und rüber in die Prager Strasse.
Am Weg dorthin fällt mir auf, dass der Runner etwas erhöhtes Standgas hat aber sonst eigentlich ganz gut geht. Ich schiebe das auf das kühle Wetter und die Tatsache, dass ich vorige Woche den Luftfilter ausgewaschen habe und nehm mir vor, mir nachher dann mal das Kerzenbild anzusehen.
Na jedenfalls tauschen wir mal die Bremsbeläge um, gegen MHR von Malossi, is ma eh lieber, als das Serienzeug und der Preis ist gleich. Passt. Bevor ich noch vom Händler wegfahre, fällt mir auf, dass rund um den Ansaugstutzen ziemlich viel Öl ist, und sofort ist mir klar, warum das Standgas plötzlich erhöht ist. Ein genauer Blick offenbart das Dilemma: Der Ansaugstutzen ist fast durchgehend gerissen und der Vergaser hängt vermutlich nurmehr aus purer Faulheit an selbigem.
Ersatzteil von Malossi leider nicht lagernd und kostet 65 Euro. *kreisch* Bitte, das ist ja in Schilling fast a Tausender für a Stückl Gummi, das kanns net sein. Gibts net irgendwas ähnliches, hauptsache es passt auf den Einlass am Zylinder und den Rest schaumermal. Gut, Orschinalteil von Piaggio hätten wir da. Hm, der Querschnitt ist zwar etwas enger aber der Vergaser passt mit Gewalt drauf und auch sonst passts. Preis? 18,50 Euro. Gekauft. Is mir wurscht, wenn der jetzt a Pferd weniger hat oder so. Soviel besser kann das Malossizeugs garnet sein. Nie und nimmer. Ich montierts gleich und fahr wieder heim, wo ich dann auch gleich die Bremsbeläge montiere und volltanke, weil schon länger auf Reserve unterwegs. Probefahrt muss sein und auf der Packung steht, man solle die Beläge doch ca. 500km einfahren. *lach* Das ist ja nahezu die Jahresfahrleistung vom Runner, schliesslich ist der mittlerweile über 10 Jahre alt und hat zu diesem Zeitpunkt genau 5860 km drauf.


Aber ich will eh fahren, also ins Leder *g* und rauf auf den Roller. Es ist ca. 13:30 und es geht los via Klosterneuburg, Weidlingbach, Exelberg, Flachberg, Neulengbach, wo ich dann auch gleich mal mein erstes (dafür wirklich unleserliches) Strafmandat seit ewigen Zeiten abdrücken darf, weil ich am Kreisverkehr etwas zu zügig über die Sperrfläche an den Dosen vorbei bin. Aus den ursprünglichen 50 wurden dann zum Glück 35 Euro, welche ich auch genau einstecken hatte, net mehr und net weniger.
Ich nehms gelassen, geh zum Bankomat -wer weiss, was kommt- und fahr dann zügig weiter via Laaben, Klamm nach Hainfeld, wo ich dann auch zum ersten Mal tanke. 100km, knapp 5l. Geil, so wenig Spritverbrauch bin ich garnicht gewöhnt, und das bei nahezu Dauervollgas. Die Sonne kommt immer stärker raus, die Wolken verziehen sich und so begebe ich mich weiter via Kleinzell in die Kalte Kuchl, wo ich dan auch ein kleies Mittagessen zu mir und danach den Ochsattel in Angriff nehme. Am Oxinger laufe ich auf eine Zweizylinderenduro auf, die funkensprühend ihre Fussrasten bearbeitet, aber trotzdem irgendwie nicht sonderlich flott ums Eck kommt. Bissl weniger Drücken und etwas mehr Gas hätte der Kollege geben müssen, dann wär ihm die Schmach, von einem Roller hergebrannt zu werden, erspart geblieben. So aber musste ich leider vorbei und nach kurzer Gegenwehr des Drückers erkennen, dass er immer kleiner im Rückspiegel wird. Komisch. Dabei fühl ich mich am Roller irgendwie garnicht so wohl. Da geht nix weiter, der wackelt und zappelt... aber trotzdem gehts recht zügig voran. Nach der Baustelle am Ochsattel bleib ich stehen, weil es den Runner plötzlich schüttelt und rüttelt, dass mir angst und bange wird. Da wird doch nicht schon wieder irgendwas den Geist aufgeben? Bitte nicht.
*winsel*

Nachdem ich dann den Stein, der sich im Lüfterrad der Variomatik verfangen und dort für ordentliche Unwucht gesorgt hat, entfernt habe, gehts gewohnt vibrationsarm wieder retour Richtung Kalte Kuchl, dort aber dann gleich weiter durchs Höllental, welches heute superbussifein zu fahren war. Alles sauber, kein Verkehr, grad mal eine Gruppe von Motorradfahrern aus .sk, die mir beim Ausfahren vom Parkplatz mal ordentlich die Vorfahrt nehmen und dafür aber dann wirklich erniedrigend hergebrannt wurden. Einer nach dem anderen. Pha. Weil es grad so schön geht, fahr ich rüber übers Preinergschaid, welches zwar etwas dreckig und feucht, aber bei der doch relativ überschaubaren Leistung vom Runner problemlos zu befahren ist. Wunderschöne Licht/Schatten-Spiele und ein Bus, der plötzlich auf meiner Seite aus einer Linkskurve erscheint. DAS war knapp, aber nix passiert. Die steirische Seite vom Preinergschaid dagegen natürlich wunderbar sauber und brettlebener Fahrbahnbelag, und unten mach ich eine kleine Pause, weils dort so schön ist.
Spät ists auch noch nicht, also geht noch ein bissl was, drum weiter über Mürzzuschlag, den Semmering nach Schlöglmühl, wo ich dann eine meiner Lieblingsstrecken (keine Details :-) nach Ternitz fahre, wo ich dann dem Runner eine schnelle Wäsche gönne und weiter via Puchberg die Schneebergrunde fahre und dann über Miesenbach nach Pernitz zum nächsten Tankstop fahre. 195km und 9,5l. DAS nenn ich Verbrauch. Und bittesehr bei einem Zweitakter, der auch recht ordentlich geht und permanent gedreht wird. Da bin ich auf meine Abstimmungsarbeit durchaus stolz, wenn ich bedenke, dass der Runner vorher gut das Eineinhalbfache gebraucht hat.

Weiter gehts übern Hals, wo ein GayS-Fahrer mit Sozia dran glauben müssen, weil sie immer vor den schönsten Streckenabschnitten, nämlich den Kurven, so den Anker werfen. Das nervt, also vorbei. Irgendwie rennt der Runner gerade wirklich gut, also so wirklich. ich gehe bei Tacho 150 vom Gas, weil ich immer noch den Riemenriss von damals im Hinterkopf habe und ausserdem sind da ja noch immer 12" und 13"-Räder verbaut. Die werden da schon ordentlich belastet. So zoome ich mich an einem Motorradfahrer vorbei, der gerade am Strassenrand pausiert und ich fahre weiter bis zum Landesjugendheim, wo ich dann nochmal eine kurze Pause einlege und ein kurzes Telefonat führe. Plötzlich bleibt ein Motorrad neben mir stehen, der Fahrer macht das Visier auf und mit einem lachenden Gesicht meint er nur "bist Du oarg, des marschiert".


Aaah, das ist der Kollege, der da vorne am Strassenrand Pause gemacht hat. Klar. Kurze Unterhaltung, nein, das ist keine 250er, ja 125, aber gut, ein bissl was gemacht. Er fährt weiter, ich etwas später auch, in Richtung Weissenbach, Maria Raisenmarkt, Alland auf die Dosenbahn -wo mir aus diversen Autos zugewunken und Daumenhoch gezeigt wird- und via Südost-Tangente heim nach Donaustadt.
Im Endeffekt war es eine rund 400km lange, feine Nachmittagsrunde eben von 13:30 bis 20:00 inklusive gemütlichem Mittagessen. So hab ich heute fast die durchschnittliche Jahresfahrleistung vom Runner unter die Räder genommen.





Versuchte Fortsetzung


Tja, weil es so lässig war, und der Wetterbericht -endlich- tolles Wetter versprach, wollte ich heute eine weitere gemütliche Runde drehen. Vorher kümmerte ich mich aber noch ein wenig um den Runner, weil ich zwar ob des geringen Verbrauches wirklich erfreut war, aber dann beim gründlichen Nachenken doch ein wenig misstrauisch wurde. Also Hauptdüse eine Nummer grösser, Düsennadel eine Kerbe höher und auf zur Probefahrt in der kurzen Hose. Boah, geht unten sofort spürbar direkter ans Gas und dürfte auch etwas mehr Leistung bringen, ganz oben kann ich nicht testen, weil bei x20 Tacho noch immer voller Schub ansteht, und wir uns noch immer in einer 30er Zone befinden. Geht gut, so muss das.


Also rein ins Leder, rauf auf die Dosenbahn nach Mayerling und via Maria Raisenmarkt nach Weissenbach. Über den Hals schön zügig, wobei mir ziemliches Gewackel und Gerutsche am Vorderrad auffällt. In flotten Passagen schiebt das Vorderrad nach aussen, im engen Teil kippt der Roller vorne regelrecht weg. So mach das keinen Spass.
In Pernitz dann zur Tankstelle, wo ich mir den Runner mal genauer ansehe und siehe da, ÖL. An der Bremszange, der Bremsscheibe, der Gabel und natürlich am Reifen. Na suuuper.
Die Gabelfaust ist voll mit Öl, aber der Simmering ist dicht. Nach längerer Suche sieht es so aus, als würde das Tauchrohr am Übergang zur Gabelfaust undicht sein. Sowas hab ich noch nie erlebt.


Also mit mehreren Zwischenstops -um die Gabel zu entölen- in Richtung heimwärts, wobei ich auf Verdacht einen Sprung beim Burschi in der Werkstatt vorbeischaue. Es gibt ein paar Dinge im Leben, auf die man sich verlassen kann, unter anderem z.B., dass der Burschi am Wochenende am Zangeln ist.
Kurz Problem angesprochen, und schon muss ich die Gabel ausbauen um dem Problem auf den Grund zu gehen.
Burschi zangelt in der Zwischenzeit am Fahrwerk einer Lotus Exige S, danach geben wir uns das Tauchrohr und nach kurzem aber intensivem Suchen finden wir einen Haarriss über die gesamte Länge des Rohres.


Tja, so steht der Runner nun toll abgestimmt und mit unpackbaren 6280km in 10 Jahren *kreisch* wiedermal in einem dunklen Schuppen und wartet auf eine neue Gabel.
Ich bin jedoch noch ein wenig unschlüssig, ob der sauteure Malossischeissdreck F32S (machte von Anfang an Probleme) wieder hergestellt oder ob was ganz anderes verbaut wird.
Mal sehen.

*seufz*




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