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Soloausfahrt Richtung Erzberg
Am Samstag, 3.7.2010, ganz spontan in der Früh um ca. 10:00 Uhr auf die Super Duke geschwungen und ganz ohne Plan drauf los gefahren. Natürlich schön mit Leder aber diesmal wieder mit Crosshelm, der ist etwas luftiger und ausserdem fährt man damit automatisch eher in der Nähe des StVO-konformen Geschwindigkeitsbereiches als mit dem Vollvisierhelm. Dazu noch die luftigen Crosshandschuhe und los gehts.
Via Klosterneuburg, Weidling und den halben Exelberg nach Königstetten, wo ich dann auch gleich mal den Tank auffülle. Die Super Duke ist ja noch immer mit Rennsetup für die Dunlop D211 Slicks aber dafür mit den Diablo Rosso Corsa versehen, was auf der Rennstrecke nicht funktioniert, aber auf der Strasse überraschend gut. Ist zwar etwas hart, aber dennoch fahrbar. So gehts nach dem Tanken und einer schnell runtergeschütteten Dose Red Bull via Flachberg, Sieghartskirchen über Innermanzing nach Laaben, wo ich dann nach rechts Richtung Laaben, Brand gen Stössing fahre. Mittlerweile ist es schon sehr gut warm draussen, überraschend wenig Verkehr aber extrem viel Bullerei unterwegs, was mich irgendwie ein wenig wundert, sollten die doch den Reiseverkehr überwachen.
Irgendwie fühl ich mich heute nicht sonderlich fit, was aber sicher nix mit den Bieren am Abend zum spannenden Match Spanien vs. Paraguay zu tun hat. Kaum drehe ich etwas am Quirl, merke ich, das sich nicht sonderlich konzentriert bin und teilweise kommts mir vor, als wird mir vom Kurvenfahren schlecht. Ungut ist das.
So fahre ich also im Cruisingmode weiter über Stollberg nach Hainfeld, wo ich dann via Kleinzell die Kalte Kuchl anvisiere. Natürlich steht die Bullerei im Wald versteckt und beschiesst mich mit Laserstrahlen, was denen aber garnix bringt, denn wenigstens das Warnsystem vor der Abzocke funktioniert unter Motorradfahrern noch halbwegs verlässlich. Nachdem ich die zwei Männlein im Walde freundlich grüssend passiert hab, kann ich ruhigen Gewissens wieder etwas am Kabel ziehen, denn dass die noch ein zweites Mal auf der Strecke zur KK stehen, hab ich bis dato erst einmal erlebt (und viiiiel Glück gehabt *g*). Oben in der KK angekommen kurz den Parkplatz gequert um zu schauen, ob bekannte Gesichter oder Motorräder zu sehen sind und dann ohne Pause gleich weiter, schliesslich sind die Reifen schön warm und ich hab eh keine Lust auf eine Rast.
Die Fahrt über den Ochsattel wie immer recht lässig (in den Jahren hat er sich von einer verhassten zu einer regelrecht geliebten Strecke gemausert) aber ziemlich ereignislos, was ja nix Negatives ist, aber manchmal würd ich mir ein wenig mehr positiven Verkehr durchaus wünschen. :-) Und, dass die Baustelle endlich wieder verschwindet.
Über Gscheid via Halltal nach Mariazell, das ich aber nur leicht streife, weil ich gleich runter nach Gusswerk fahre, wo ich dann die lässige Strecke nach Wildalpen angehe. Es ist heiss, am Display stehen teilweise +30°C, was dem Reifen wirklich taugt, mir aber ein wenig zu schaffen macht. Die Strecke gen Wildalpen mag ich ja auch sehr gerne, wobei der engere, mittlere Teil mir am meisten liegt. Dort kann man mit der Super Duke wirklich heftig um die Kurven hetzen. Es ist manches Mal wirklich erstaunlich und überraschend einfach, an den schnell aussehenden Hypersportlern vorbei zu ziehen, ohne sie in Bedrängnis bringen zu müssen. Also nicht in der Bremszone reinstechen oder heftige Fahrmanöver, sondern schööööön elegant vorbei um dann Kurve für Kurve kontinuierlich Meter zu gewinnen. Neinein, ich fahre keine Rennen auf der Strasse, aber es ist halt schwer in Worte zu fassen, wobei ich schon davon ausgehe, dass man versteht, was ich meine. :-)
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Kurz vor Wildalpen laufe ich auf ein paar typische BMW-Fahrer auf, die vollkommen unabhängig voneinander alle den selben, kranken Fahrstil pflegen. Möglichst langsam mit absolut unnötiger Schräglage aber mit aufrechtem Körper durch die Kurve. Vermutlich vermittelt ihnen das das Gefühl von Speed oder was weiss ich, aber auf jeden Fall sieht das strunzdämlich aus, wenn man da ein paar Kurven hinterher fährt und sich das bissl genauer ansieht. Lustig war besonders der eine, der mit seinem fetten Reisebeemer und senkrechtem Oberkörper fast die Koffer angeschliffen hat. Wirklich beeindruckend dämlicher Fahrstil. Ist sicher der Schräglagenheld in seiner Gruppe, aber leider steht der dabei allen anderen gewaltig im Weg herum. Darum *schwupps* vorbei und schnell wieder vergessen, weil dieses Kabarett dann doch ein wenig ablenkt.
Weil ich nun aber schon doch einige Zeit ununterbrochen fahre, zwinge ich mich zu einer Pause um meinem Luxuskörper etwas Flüssigkeit in Form von naturtrübem Apfelsaft mit Sodawasser zuzuführen sowie ein gutes Käsepfandl beim Stiegenwirt zu geniessen.
Nach dieser Pause fahre ich weiter via Hieflau und ich wundere mich die ganze Zeit, warum verdammtnochmal ich in all den Jahren da noch nie (bewusst) gefahren bin. Das gibt es doch garnicht. Echt geile Streckenabschnitte, die selbst bei fast legalen Geschwindigkeiten unheimlich Spass machen, relativ guter Strassenbelag und fast kein Verkehr. Ich hab a echte Freude und fühle mich auch schon körperlich etwas besser. Und weil es mir gut getan hat, will ich es meiner KTM auch gönnen, ein kleines Jauserl in Form eines vollen Tanks. Inzwischen haben wir uns bei einem Landstrassenverbrauch von runden 6 bis 6,5 Litern eingependelt, was im Vergleich zu den fast 10 Litern anfänglich direkt als sparsam bezeichnet werden kann. Da macht auch das Tanken wieder Freude. Und so kommt es, dass ich, wenn ich alleine fahre, locker mal gute 180-200km am Stück ohne Pausen durch fahre. Einfach weils geht und eh net so lange dauert. :-)
Via Hieflau fahre ich dann immer in Richtung Erzberg, den ich nahezu ein Jahrzehnt nicht in Natura gesehen habe, eigentlich ein beeindruckender Anblick, wenn man ihn so mitten aus der Landschaft wachsen sieht.
Besonders gut gefallen hat mir die Strecke rund um Präbichl, da werd ich mit Sicherheit wieder mal eine Runde drehen, das kann was. Hab ich schon gesagt, dass es mich wundert, dass ich dort noch nicht gefahren bin? So hab ich a echte Freud' und lass sogar das Fotografieren bleiben, obwohl es dort oben wirklich geilen Ausblick gab. Ich will fahren, Fotos kann ich schliesslich a anderes Mal auch noch machen. Und so gehts weiter eher Ereignislos via Leoben nach Pötschach, wo ich mir dann den geilen Abschnitt übern Pogusch, Seewiesen nach Wegscheid vornehme. Saugeil, extrem wenig Verkehr, gut Grip, keine Bullerei und aus meiner Sicht absolute Suchtgefahr gegeben. Mit meiner Riesenfreude und ein paar Kratzern auf den Super Dukeschen Fussrasten mehr gehts dann übers lässige Niederalpl, wo ich mir von den in meinen Rückspiegeln auftauchenden Kollegen etwas mehr erwartet hab. Hätte mehr so an einen gemeinsamen Tiefflug übers Niederalpl gedacht, aber als ich dann oben an der Spitze nach hinten blickte, ging mir der Gedanke durch den Kopf, ob die vielleicht irgendwo abgebogen wären, aber das geht dort garnicht. Ach, da sinds ja schon, gut, vielleicht habens ja noch kalte Reifen. *hüstel*
Die Fahrt auf der anderen Seite runter verläuft ähnlich, leider sind sie mit ihren scharfen Eisen eher auf Landschaft ansehen unterwegs, schad um die 1098 und Co.
Weiter gehts zur Tankstelle bei Mürzsteg, ein gepflegtes Eis und kurzer Smalltalk mit einem Ducati-Treiber, dessen neue Desmoquattro wie ein Hochglanzfoto aus dem Performance-Katalog aussieht. Seine Frage, was denn meine Super Duke neu kostet hab ich mit "so um die 15k Liste" beantwortet, worauf von ihm ein mir etwas unverständliches "wos, so billig is de?" kam. Mein Einwand, das sei nur die billige, weil die oarge, die R, die koste mehr hat dann sein Weltbild wieder in Ordnung gebracht.
Kann ja net sein, dass so ein Billigsdorferzeugs da einfach so... aber ich schweife ab.
Eis ist erledigt, es geht weiter übers Preinergschaid, einer meiner Lieblingsstrecken, aber heute irgendwie etwas dreckig. Dem besten aller Skipper einen Gruss im Vorbeifahren da gelassen (RIP, Richard!), und dann via Gloggnitz nach Schlöglmühl und dann eine schöne, enge und landschaftlich wertvolle Strecke nach Ternitz, wo ich dann auch mal wieder eine kleine Pause eingelegt habe.
Auch Lizzie durfte pausieren.
Mittlerweile bin ich aber doch schon ein bisserl unterwegs, ich bin am Überlegen, ob ich mir noch die Runde via Puchberg geben soll, aber da meine Frau heute etwas früher von der Arbeit kommt, nehme ich nach diesem absolut lässigen Tag doch die direktere Route via Neunkirchen und gemütlichen 100-120km/h auf der nahezu leeren Dosenbahn heimwärts. Zu hause dann noch vor 18:00 Uhr die brave Super Duke in ihre Garage gestellt, der momentan in den Ruhestand versetzten GSX-R mit dem Versprechen, sie nächstes Jahr zu reaktivieren über den Sattel gestreichelt und angenehm erschöpft heim, wo dann die Dusche den krönenden Abschluss einer schönen Soloausfahrt gegeben hat.
Überraschend viele KTMs unterwegs, oder kommts mir nur so vor?
Schade, dass die meisten KTM-Fahrer nur im Forum ordentlich unterwegs sind. *stichel*
Update 11.7.2010, Wiederholungsfahrt
Tjo, heute war ich nochmal unterwegs. Kurzfassung: fast die gleiche Strecke, 12:00 weg, 19:50 @home, wieder gutes Essen in Palfau, Weltuntergangsregen am Seebergsattel, 6l Durchschnittsverbrauch (unglaublich eigentlich) auf 560km. Diablo Rosso Corsa superfeiner Reifen im Trockenen, feucht-kalt mag er garnicht. Da ist er mit dem Drehmoment der KTM hoffnungslos überfordert.Heute noch Puchenstuben mitgenommen, Höllental und Klostertal, Hals statt der Runde um Prigglitz. Wollte nicht Waldbrand schauen.
Hier ein paar Bilder, aber Achtung, gross. Leider nur Ei-Fon-Fotos, aber besser als nix. :-)
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| Lizzies Arsch. Ich steh halt auf ihren Hintern. | Pause nach ordentlichem Kurvengewusel. | Preinergschaid, sehr fein und genau richtig für die Superduke. (ja, ich sag DIE!) |